Pressemitteilungen
Bürgerversammlung 2026
Beschreibung
Vor dem offiziellen Beginn der Bürgerversammlung führte Architekt Martin Beyer, dessen gleichnamiges Architekturbüro federführend die Sanierung der Grund- und Mittelschule betreut, die zahlreichen Besucherinnen und Besucher durch die aktuelle Baustelle der Mittelschule. Anhand von Plänen und Visualisierungen stellte er die künftigen Klassenzimmer und Schulflure vor. Zudem ging er auf die Deckenprobleme ein, die 2024 zur kurzfristigen Schließung der Mittelschule geführt hatten. In diesem Zuge erklärte Beyer die Vorteile einer Sanierung des Bestandsgebäudes gegenüber einem Neubau, insbesondere hinsichtlich Kosten und Flächennutzung. Im Dachgeschoss stellte er die geplanten Maßnahmen zum Dachabbruch und den dadurch entstehenden Platzgewinn vor.
Anschließend fanden sich knapp 100 Bürgerinnen und Bürger in der Mensa der Grund- und Mittelschule zusammen, um sich über die aktuellen Entwicklungen und Vorhaben der Stadt Helmbrechts zu informieren. Zuerst erläuterte Bürgermeister Dr. Pascal Bächer die Organisation der städtischen Gremien. Dazu gehören der Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss, der Haupt-, Finanz- und Personalausschuss sowie der Rechnungsprüfungsausschuss. Ergänzt werden sie durch den Beirat für Wirtschaft, Marketing und Tourismus und den Jugend-, Kultur- und Partnerschaftsbeirat. Die Beiräte sollen insbesondere den Austausch mit externen Gästen und den Bürgerinnen und Bürgern fördern. Darüber hinaus stellte der Bürgermeister seine beiden Stellvertreter sowie die Funktionen des Jugendbeauftragten, der Seniorenbeauftragten und des Umweltbeauftragten, der Feuerwehrreferenten und des Sportverbands vor.
In seinem Bericht präsentierte er die Statistik der Bevölkerungsentwicklung. Die Einwohnerzahl ist laut den Zahlen des eigenen Melderegisters gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Helmbrechts zählt insgesamt 8.714 Einwohnerinnen und Einwohner, davon 8.239 mit Hauptwohnsitz. Der negative Gesamtsaldo ist dabei vor allem darauf zurückzuführen, dass weiterhin mehr Menschen versterben als Kinder geboren werden.
Einen besonderen Schwerpunkt in seinem Vortrag bildete die finanzielle Situation der Stadt. Während die Gewerbesteuereinnahmen im laufenden Jahr geringer ausfallen als erwartet, muss sich der Stadtrat im Herbst erneut mit der Grundsteuer befassen. Hintergrund ist ein Hinweis der Rechtsaufsicht des Landratsamtes. Zusätzlich steigt der Hebesatz in der Kreisumlage seit Jahren, was die Kommunen je nach Steuerkraft zunehmend belastet. Da für ihre Berechnung die Einnahmen von vor zwei Jahren maßgeblich sind, wird sich die Rekordsumme der Gewerbesteuereinnahmen aus dem Jahr 2025 voraussichtlich 2027 in einer deutlich höheren Umlage niederschlagen.
Nach einigen Jahren mit wenig Kreditaufnahmen muss die Stadt seit dem Jahr 2022 wieder vermehrt Kredite aufnehmen. Dies liegt nicht zuletzt an den steigenden Umlagen, aber auch an den massiven Investitionen, die die Stadt zu bewältigen hat. Die Sanierung der Grund- und Mittelschule ist dabei die größte Herausforderung. Doch auch der Neubau einer Kita, die Straßen- und Kanalsanierung und der Brandschutz im Stadtgebiet spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Die planerische Schuldenentwicklung liegt für 2026 nach aktuellem Stand bei rund 13,3 Millionen Euro. Damit stehen die kommunalen Finanzen vor wachsenden Herausforderungen, während gleichzeitig wichtige Investitionen umgesetzt werden müssen.
Daraufhin informierte der Bürgermeister über zahlreiche laufende und abgeschlossene Bauvorhaben des bestehenden Jahres und gab einen Ausblick auf Zukunftsprojekte. Neben der laufenden Schulsanierung konnte die Sanierung der Hofer Straße abgeschlossen werden. Der Spielplatz am Badeweiher Wüstenselbitz wurde saniert. In der Stofffabrik entsteht eine WC-Anlage, deren Fertigstellung für das Frühjahr 2027 vorgesehen ist. Das kommunale Förderprogramm und die Sanierungsgebiete im Kernstadtbereich wurden neu aufgestellt. Für die Dorferneuerung Enchenreuth wurden das Fördergebiet festgelegt und der Dorfentwicklungsplan beschlossen. Als erste Maßnahme sind die Abbrüche von drei Häusern vorgesehen. Die Kommunale Wärmeplanung erfolgt gemeinsam mit Schauenstein sowie den Gemeinden Berg, Köditz, Konradsreuth und Leupoldsgrün. Außerdem wird die Straßenbeleuchtung im LuK-Netzgebiet bis Ende des Jahres auf LED umgerüstet. Der Glasfaserausbau liegt aktuell bei rund 80 Prozent, die Bauabnahmen erfolgen abschnittsweise.
Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Fortführung der Mittelschulsanierung, die Eröffnung der Kindertagesstätte in der Schwarzenbacher Straße, die Kanal- und Straßensanierung im Lerchenweg sowie die Beschaffung neuer Tragkraftspritzen für die Feuerwehren. Zudem sind ein erstes Wirtschaftstreffen und neue Angebote für Seniorinnen und Senioren vorgesehen. Auch das Wiesenfest steht bereits im Kalender: Es findet vom 16. bis 19. Juli 2027 statt.
Zur Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern wurden in den letzten Monaten neue Maßnahmen entwickelt. Beispielhaft dafür stehen unter anderem die Bürgermeistersprechstunde, Ortsteilspaziergänge, bislang in Lehsten und Baiergrün, sowie der städtische WhatsApp-Kanal. Bürgermeister Bächer beendete seinen Bericht mit einem kurzen Umriss der Kulturwelten 2026, die zum aktuellen Zeitpunkt eine Auslastung von 88% vorweisen und damit erneut sehr gut angenommen werden.
Der Bürgermeister übergab das Wort an den Sprecher des Jugendstadtrates Linus Wirth. Er berichtete über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Dazu zählten die U18-Kommunalwahl, die erfolgreiche Durchführung der Veranstaltung „Night Glow“ und die Mitwirkung am Kinosommer. Darüber hinaus beschäftigte sich der Jugendstadtrat mit Verbesserungen am Skatepark im Austausch mit den Skatern und notwendigen Maßnahmen am Sportplatz hinter dem Jugendtreff PUR. Geplant sind unter anderem eine Hallenbaddisco mit DJ und kleinen Spielen sowie eine Fahrt in die französische Partnerstadt Mions, um den Austausch zwischen Jugendlichen zu stärken. Auch eine Fahrt ins Freizeitbad Palm Beach steht demnächst an.
Zum Abschluss wurden die eingegangenen Anfragen und Anträge behandelt. Fragen zum Vorranggebiet für Windenergieanlagen in „Kleinschwarzenbach Nord“ beantwortete der Bürgermeister mit Erläuterungen zum Verfahren. Weitere Themen waren die Verkehrssituation in der Schlachthofstraße und die Verlegung von Glasfaserleitungen. Eine anonyme Anfrage aus Suttenbach umfasste Straßenreinigung, Winterdienst, Retentionsbecken, das Abstellen eines Wohnwagens, die Grundsteuer und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Außerdem wurden Fragen zum Wohnungsbau und zum Sparkassengebäude gestellt.
Die Stadt Helmbrechts bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Interesse, ihre Fragen und ihre Anregungen.

