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Gegen das Vergessen

Ehemaliges Außenlager des KZ Flossenbürg

vom 19. Juli bis 13. April 1945

In Helmbrechts errichteten die Nationalsozialisten 1944 an der heutigen Kreuzung Kulmbacher Straße / Ringstraße ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. 
In den Baracken wohnten ausschließlich junge Frauen und Mädchen im durchschnittlichen Alter von 25 Jahren. Von den anfangs etwa 670 nicht-jüdischen Häftlingen stammten viele aus Polen oder Russland, einige auch aus Frankreich und den Niederlanden, etwa 25 waren Deutsche. Gründe für ihre Inhaftierung waren „Sabotage“, „Judenbegünstigung“, „Umgang mit Kriegsgefangenen oder ausländischen Arbeitern“ oder „Führerbeleidigung“. 

Sie wurden gezwungen, in der stillgelegten Weberei Witt für die Firma „Kabel- und Metallwerke Neumeyer“ aus Nürnberg als billige Arbeitskräfte Kriegsgüter, nämlich Kabel und Munition, herzustellen.

Die Lebensumstände im Lager waren unmenschlich: die Frauen standen stets unter Überwachung durch Angehörige der SS, waren mangelernährt, oft schwer krank und völlig entkräftet. Brutale Misshandlungen durch das Wachpersonal waren an der Tagesordnung. Fluchtversuche wurden mit dem Tod bestraft.

Bis zum Januar 1945 kamen weitere 500 weibliche Häftlinge hinzu. Die Situation spitzte sich noch dramatischer zu, als im März 1945 nochmals 621 jüdische Häftlinge nach einem Fußmarsch von rund 500 Kilometern aus dem Außenlager Grünberg in Schlesien aufgenommen wurden. Täglich starben im Lager mehrere Frauen an Kälte, Hunger, Entkräftung und den Folgen der Misshandlungen.

Am 13. April 1945 wurde das Lager geräumt, weil die amerikanischen Truppen heranrückten. Für die rund 1.170 Frauen begann ein Todesmarsch ins 250 Kilometer entfernte Volary in Tschechien, den viele von ihnen nicht überlebten.

Heute erinnert ein Gedenkstein am Friedhof Helmbrechts sowie die Gedenkstätte „Langer Gang“ in Schwarzenbach/Saale an die Opfer des Todesmarsches. Die Städte Volary und Helmbrechts sind freundschaftlich verbunden.

Ein zweiteiliger Film von Ludwig Mertel aus dem Jahr 1999 zeigt unter anderem Original-Filmaufnahmen der US-Army in Helmbrechts und Volary sowie Erinnerungen einer Betroffenen. 

Film Teil 1 auf Youtube (Link zu: http://www.youtube.com/watch?v=zrjAjY6SRF4)

Film Teil 2 auf Youtube (Link zu: http://www.youtube.com/watch?v=yuWedPqin60)

Eindrücke

Bilder 1 bis 4: Nach Kriegsende dienten die Baracken als Unterkünfte für Geflüchtete. Hier entstanden auch diese Aufnahmen. Quelle: Foto Nitsche/Stadtarchiv Helmbrechts, nach 1946
Bild 5: 1956 wurden die Baracken abgerissen und das heutige Wohngebiet entstand. Quelle: Foto Nitsche/Stadtarchiv Helmbrechts, 1956
Bild 6: Luftaufnahme des Außenlagers in Helmbrechts, Quelle: US Air Force

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